Bekannt waren die Fußtexte in Mails ja schon immer : Entweder wurde man aufgefordert die Mail zu löschen oder zu verbrennen, im Notfall auch zu Essen, sofern man nicht der richtige Empfänger sei. In einigen Fällen solle man die Mail zurücksenden und sich aus dem Verteiler löschen lassen und
gelegentlich ist der Inhalt auch nicht zur Veröffentlichung bestimmt, also eine Art Top-Secret wenn mal ein Großunternehmen anfragt ob bei dem Materialständer für 13,90 Euro nicht noch was im Preis geht…..
Im Zuge der Finanzkrise treiben die Fußtexte in Mail jedoch sonderliche Blüten, so dass hier mal einige Passagen veröffentlicht werden :
Diese Mitteilung enthält ggf. bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die
auf gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Geschäftsleitung der XXX GmbH
beruhen. Diese Angaben werden durch Wörter wie „glaubt“, „geht davon aus“ oder
„erwartet“ bzw. durch Formulierungen wie „aus heutiger Sicht“ gekennzeichnet.
Verschiedene bereits bekannte wie auch noch unbekannte Risiken, Ungewissheiten
und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die
Finanzlage, die Entwicklung von Mengen und/oder Kosten und damit die Performance
der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen.
Soso….. In dem konkreten Fall ging es um eine Preisanfrage für Schleifbänder mit einem Auftragswert von ca. 120 €. Hätte ich bei meinem Antwortschreiben vielleicht deutlich darauf hinweisen sollen, dass bei so viel “ich glaube wir könnten das bezahlen, wenn nicht unbekannte Risiken die Finanzlage…” unser Unternehmen leider nur gegen Vorkasse liefern wird ?
Im normalen Geschäftsleben sollte man den Ball doch eher flach halten, oder ? Was interessiert es mich oder den Lieferanten für Kopierpapier, ob die XXX GmbH irgendwo Ihre Pläne für zukünftige Gewinne und Wachstum veröffentlicht und sich fast in die Hose macht, weil die Prognosen der Geschäftsleitung vielleicht etwas zu optimistisch sind.
Also wenn ich am Dienstag zum Bäcker gehe um mit 2 Brötchen zu kaufen, werde ich die Verkäuferin auf jeden Fall darauf hinweisen, dass ich die Brötchen aus “heutiger Sicht” zwar bezahlen kann, hinsichtlich der Performance am Mehlmarkt und der Entwicklung von Menge und Kosten in Verbindung mit anderen Faktoren dennoch ein Risiko, zumindestens aber eine Ungewissheit besteht, dass ich in den kommenden Wochen vielleicht nicht 2, sondern nur ein Brötchen kaufen wird.
Danach hat Sie über diese Information natürlich eine Verschwiegenheitsklausel zu unterschreiben.
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