Zu teuer, zu billig - wer kauft was und warum

Montag, 07. Februar 2011 von admin

Ist der Lohn zu gering, oder das Produkt zu teuer, oder verlieren wir uns einfach nur in einem Dickicht aus Steuern und abgaben die unsere Lebensqualität stetig reduzieren ?

Bisher ist es mir nur im Berufsleben aufgefallen, aber vor wenigen Tagen schloss sich der Kreis auch im privaten Bereich und daher einige Anmerkungen zu einem Sachverhalt, der Teil einer problematischen Entwicklung ist.

Wir erhalten oftmals Einladungen zu Ausschreibungen um öffentliche Einrichtungen mit Werkzeug oder Maschinen zu beliefern. Dabei kommt es nicht gerade selten vor, dass sehr hochpreisige Maschinen in den Vorgaben enthalten sind. Maschinen die wir eigentlich gerne verkaufen, jedoch der einzige Abnehmer der Staat oder deren Behörden sind. Normale Betriebe würden solche Dinge ebenfalls gerne anschaffen, haben hier jedoch nicht die finanziellen Möglichkeiten.

Nun hat vor wenigen Tagen ein Mitarbeiter 2 Hundeboxen für sein KFZ bestellt – günstig made in China für knappe einhundert Euro. Auf die Frage, ob es die nicht auch aus deutscher Produktion gäbe und ob er nicht besser einen deutschen Hersteller unterstützen wolle kam die Antwort, dass die deutschen Produkte zwar deutlich besser seien, aber auch deutlich teurer .

So teuer, dass der Hauptabnehmer dieser Produkte der Staat (Polizei, Grenzschutz) oder Organisationen seien, die auch im Katastrophenschutz tätig sind.

In einem solchen Moment bin dann auch ich kurzzeitig sprachlos. Wie kann es sein, dass man sich 40 Stunden pro Woche abrackert und dennoch keine Chance hat, zwei erbärmliche Hundeboxen anzuschaffen, weil diese soviel Kosten wie ein Urlaub außerhalb der Eurozone und der Staat, der sich alleine durch Steuereinnahmen finanziert mehr oder weniger der einzige Abnehmer für solche Dinge ist, da Geld hier ja keine Rolle spielt….

Irgendwie läuft etwas gewaltig falsch, wenn sich der, der von anderer Leute Arbeit lebt und dessen Hauptaufgabe es eigentlich ist das Leben und die Rahmenbedingungen zu regeln Dinge anschaffen kann, die der Bürger sich dank dieser Rahmenbedingungen nicht mehr leisten kann.

Natürlich könnte man jetzt nach höherer Entlohnung schreien, aber das ist das Kernproblem. Der Lohn schon durchaus gerecht, aber sind es die Abgaben auch ?
Der Nettolohn (der dem persönlichen Steuersatz unterliegt) ist ja noch nicht das Ende der Steuerlast.
2x tanken im Monat für 150 Euro spülen nicht nur  24 Euro Mehrwertsteuer in die Staatskasse, sondern auch noch 92,00 Euro an indirekter Steuer auf Benzin. So setzt sich die Reise bei allen Konsumgütern fort, wo nicht nur 19% (oder der vergünstige Satz) Mehrwertsteuer, sondern teilweise auch noch weitere Steuern von Staat einkassiert werden.
Man ist gezwungen eine private Rentenvorsorge abzuschließen, auf die auch noch eine Versicherungssteuer zu zahlen ist. Wer raucht zahlt an den Staat pro Packung 3,74 Euro (80%+ des Kaufpreises) und wer dazu noch einen Wein genießt, zahlt 1,02 Euro pro Flasche an den Staat.

Vielleicht sollte man eine Verpackungsordnung kommen, auf der nicht nur der Mwst-Anteil gekennzeichnet ist, sondern auch alle weiteren Steuern auf das Produkt ausgewiesen sind. Wenn man dann seinen monatlichen Einkaufswagen mal um diese Steuern erleichtern würde, würde sich zeigen, dass auch eine Hundebox locker bezahlbar wäre.

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